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„Der Tiefbau bringt ständig Überraschungen“

Franz arbeitet gerne im Tiefbau, weil er facettenreich ist – nicht nur Ansprechpartner und Ort ändern sich mit den Projekten, sondern auch die Bodenbeschaffenheit und dessen Anforderungen.

Interview mit Franz (32), Projektleiter Tiefbau, in der Business Unit Freileitungsbau

Als Projektleiter kommt Franz viel herum: Die eine Hälfte der Woche verbringt er am Standort und hinter dem Schreibtisch, die andere schaut er sich das Geschehen auf der Baustelle an. Obwohl er und sein Tiefbau-Team unter erschwerten Bedingungen in der Corona-Anfangszeit bei EQOS Energie starteten, ist er voll im Einsatz.

Tatsächlich wurde mir der Tiefbau in die Wiege gelegt – mein Vater hat ein Erdbauunternehmen, also habe ich schon mit drei Jahren im Bagger gesessen. Im Kindergarten habe ich dann immer gesagt, dass ich so etwas später einmal machen werde. Dann kam das HTL-Studium und nun arbeite ich im Tiefbau. Angefangen hab ich als Bautechniker, quasi der Junior Projektleiter, der dem normalen Projektleiter unter die Arme greift. Jetzt bin ich selbst zum Projektleiter im Tiefbau aufgestiegen. Für den Tiefbau habe ich mich im Übrigen entschieden, weil ich ihn viel spannender und abwechslungsreicher als den Hochbau finde. Dort baut man immer wieder ein Wohnhaus oder Hochhaus und das zehn Mal hintereinander. Der Tiefbau bringt aber ständig Überraschungen mit sich. Jedes Fundament und jede Baugrube hat eine ganz eigene Geologie: Wie ist der Untergrund beschaffen, ist er hart, weich, ist dort Wasser drin? Das macht es sehr facettenreich.

Einen typischen Alltag gibt es eigentlich nicht. Morgens telefoniere ich immer mit den Bauleitern vor Ort und spreche mit Ihnen den Tag durch – der Rest des Tages entsteht dann einfach. Immer wieder ergeben sich z. B. Fragen auf der Baustelle oder beim Lieferanten, um die ich mich kümmern muss. Damit ist der Großteil des Tages schon gefüllt. Abends gibt es dann wieder den Routineanruf beim Bauleiter oder Polier, wie es denn heute geklappt hat, ob etwas vorbereitet werden muss, Material fehlt usw. Daraus ergibt sich dann schnell wieder ein erstes To Do für den nächsten Tag.

» Du kannst eine Baustelle nur gut führen und abwickeln, wenn du selbst auch präsent bist. «

In meiner Position ist es extrem wichtig, flexibel zu arbeiten – gewisse Dinge müssen schnell erledigt werden, also darf man nicht zu starr an den Arbeitszeiten hängen und muss notfalls auch einmal länger arbeiten. Aber auch Teamfähigkeit ist ein absolutes Muss: Die Leute auf der Baustelle müssen von mir informiert sein und wissen, worum es geht und was wichtig ist. Ich versuche auch viel vor Ort zu sein, denn du kannst eine Baustelle nur gut führen und abwickeln, wenn du selbst auch präsent bist. Ansonsten ist für mich eine gute Vorbereitung absolut notwendig, es ist das A und O, damit ein Projekt gut läuft. Nur so weiß man auch, ob ein Projekt so läuft, wie es laufen soll. Mein Ziel bei der Vorbereitung: Der Bauleiter vor Ort soll durch meine Arbeit alles wissen, was er wissen muss; es muss selbsterklärend sein. Ich weiß, ich hab meinen Job gut gemacht, wenn es kaum mehr offene Fragen gibt.

Wir sind sehr gut im Unternehmen aufgenommen worden. Ich hatte das Gefühl, die anderen Business Units und Profit Center freuen sich darüber, dass intern Tiefbau angeboten wird und wir in den unterschiedlichen Projekten unterstützen können. So hat sich die BU Bahntechnik etwa direkt informiert, was wir eigentlich alles abdecken und in der BU Kommunikationstechnik sind wir sofort in einem Projekt mit eingestiegen, bei dem wir das Fundament für einen Turm hergerichtet haben. Etwas unglücklich war es natürlich, dass wir genau in der Corona-Lockdown-Phase angefangen haben, aber auch das hat gut funktioniert. Auch, wenn wir dadurch in den Unterweisungen mehr gefordert werden, mehr leiten müssen und der Zeitaufwand zur Koordination und Maßnahmeneinhaltung gestiegen ist, sind wir letztendlich alle froh, überhaupt arbeiten zu können. Bis auf etwas Mehraufwand hat sich da eigentlich nicht viel geändert.