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„Ich bin ein Mitarbeiter der Energiewende“

Die Energiewende hat nicht nur Auswirkungen auf eine ganze Branche, sondern auch auf die persönliche und berufliche Entwicklungen der Menschen, die in ihr arbeiten.

Interview mit Peter (45), Projektleiter und Stellvertretender Gruppenleiter in der Leitungsplanung der Business Unit Freileitungsbau

Peter hat in 23 Jahren Unternehmenszugehörigkeit einige Veränderungen miterlebt. Berufsbilder, Aufgaben und die Branche haben sich in all den Jahren gewandelt und damit seinen beruflichen Werdegang beeinflusst. Im Laufe der Zeit hat er persönliche Entscheidungen für seine Karriere getroffen und seinen Schwerpunkt als Projektleiter im Engineering erkannt. Dabei hat sich gezeigt, dass ein Karriereschritt zurück durchaus einen persönlichen Fortschritt bedeuten kann.

Ich habe als Bauzeichner im Unternehmen angefangen und berufsbegleitend ein Fernstudium zum Geoinformatiker absolviert. Über meine praktische Arbeit in der Vermessung bin ich tiefer in die Materie des Freileitungsbaus eingestiegen. Der technische Fortschritt hat die Vermessungstechnik verändert, sodass ich mit der Zeit mehr in der Projektbearbeitung tätig war, Projektleiter wurde und zum Gruppenleiter aufgestiegen bin. Nach zweieinhalb Jahren habe ich mich allerdings entschieden, wieder zurück in die praktische Projektbetreuung zu gehen, der mein wirkliches Interesse gilt. Heute bin ich zufriedener als vorher und habe damit alles richtig gemacht.

Vor zehn Jahren noch standen wir in der Leitungsplanung der Frage gegenüber, welche Aufgaben wir künftig ausführen sollten; die großen Stromtrassen waren gebaut und die Versorgung in Europa zu weiten Teilen gesichert. Was dann plötzlich kam war die Energiewende und mit ihr viele neue Aufgaben. Heute bin ich ein Mitarbeiter der Energiewende und trage unmittelbar zum Wandel bei. Jetzt gehört es zu meinem Beruf, die Kunden durch den herausfordernden Markt zu begleiten. Man kann sagen, wir in der Leitungsplanung entwickeln die Trassen für den Stromtransport von Nord nach Süd.

Ich plane die Stromtrassen der großen Überlandleitungen. Dazu gehören zum Beispiel die Lage, der Flächenbedarf und die Beurteilung von Genehmigungen. Die technischen Voraussetzungen und die Umweltansprüche sind mit den Jahren weiter gestiegen, weshalb die Anforderungen an die Planung nicht mehr so einfach sind wie früher. Oftmals geht es in der Projektarbeit darum, Kompromisse zwischen Planungsrecht, Eigentumsrecht und Umweltrecht zu schaffen. All das müssen wir bei der Planung berücksichtigen, um so Lösungen für den Bau von Leitungen zu entwickeln und die Kunden zufrieden zu stellen.

» Es ist nicht das Gehalt, das mich erfolgreich macht, wichtig ist, dass ich meinen Job gerne mache. «

Im Laufe der Zeit gab es schon das ein oder andere Angebot, aber ein Wechsel kam für mich nie so richtig in Frage. Obwohl ich einen Bürojob mache, ist die praktische Arbeit schon immer das gewesen, was ich besonders gerne gemacht habe. In unserem Unternehmen hatte ich von Anfang an die Möglichkeit, beides zu kombinieren. Auch die kollegiale Zusammenarbeit war ein Grund zu bleiben. Mit vielen Kollegen arbeite ich schon lange zusammen und der Zusammenhalt ist sehr gut. Das soziale Umfeld trägt viel zur allgemeinen Zufriedenheit bei. Letztendlich ist es nicht das Gehalt, das mich erfolgreich macht, wichtig ist, dass ich meinen Job gerne mache.